AUSSTELLER 2021

Aussteller 2021


“Die geradezu unbändige Freude an ihrem Tun, die Freude sich mit allen Sinnen dieser wunderbaren Arbeit hinzugeben und jenen Moment zu genießen, sich selbst am Gelingen eines Gefäßes nach allen Prozeduren seines Entstehens zu erfreuen. Möge sich etwas von diesem Erleben auch auf die Nutzer ihrer Produkte übertragen.”


— Hans-Peter Jakobson

"Ich hatte das Glück, 1998 eine der wenigen begehrten Lehrstellen zu bekommen.


Als letzte Auszubildende von Hedwig Bollhagen erlernte ich den Beruf der Keramikerin in den HB-Werkstätten für Keramik in Marwitz, wo ich in allen Abteilungen der Werkstätten arbeitete und lernte, bevor sich die Ausbildung endgültig auf die Arbeit an der Töpferscheibe konzentrierte.


Das Gestalten ist ein fortlaufender Prozess. Somit ist auch mein Sortiment stets im Wandel. Viele Produkte stelle ich kontinuierlich als Kleinserien über Jahre her, andere - wie die Stücke aus dem Holzfeuer - gibt es nur als sehr limitierte Edition.


Alle meine Porzellanprodukte sind aufwändige und konsequente Handarbeit. Sie werden frei gedreht, d.h. sie werden als Einzelstück auf der Töpferscheibe ohne Schablone gestaltet."


"... Dann begann ich, mich aufgrund seiner besonderen Eigenschaften mehr mit dem Material Porzellan zu befassen.


Es ist kein leichter Werkstoff für die Fertigung auf der Scheibe, es verarbeitet sich schwerer als der plastische Ton, es ist ungeduldiger und verzeiht keine Fehler und es braucht seine Zeit zum Herstellen.


Doch seine Eigenschaften nach dem Hochtemperaturbrand sind jede Mühe wert.


Ich mag seine hohe Härte und seine samtweiche Biskuitoberfläche, seine Robustheit und seine Filigranität, seine Lichtdurchlässigkeit und schlicht die Feinheit und die Weiße dieses Materials."



Foto: Judita Matyásová

Auch in diesem Jahr haben sich wieder viele interessante KeramikerInnen aus ganz Deutschland für den Südwestmecklenburger Töpfermarkt beworben.


Um Ihnen, sehr geehrte Gäste des Marktes, ein möglichst breites Spektrum der zeitgenössischen Keramik auf hohem Niveau zeigen zu können, wurden viele bekannte Kollegen der vergangenen Märkte ausgewählt.


Dazu kommen einige sehr interessante Keramiker und Künstlerinnen, die zum ersten Mal dabei sind. Zwei von ihnen sollen an dieser Stelle im Portrait vorgestellt werden.



TABEA SUREL AUS WEIMAR










Kannst Du uns bitte etwas über Deine Ausbildung & den beruflichen Werdegang erzählen?


W.M.:

Beruf und Privates konnte ich schon immer schwer auseinanderhalten.

Von Kindheit an studierte ich in Kunstmuseen die Alten und Neuen Meister der bildenden und angewandten Kunst. Auch heute noch bekomme ich Gänsehaut und feuchte Augen, wenn ich beobachten darf wie Künstler aus dem Alltäglichen das Besondere schöpfen. Rein ausbildungsmäßig habe ich in Coswig/Anhalt ganz traditionell das Handwerk des Töpfers gelernt, in Erfurt als Geselle gearbeitet und in Heiligendamm Angewandte Kunst studieren dürfen.


Welches sind Deine bevorzugten Materialien, es gibt bei Dir ja Gefäße aus Porzellan und aus Steinzeug...?


W.M.:

Ich liebe den Wechsel zwischen körperlicher und sinnlicher Arbeit, wie das Drehen an der Töpferscheibe und z.B. dem Zeichnen.

Bevorzugte Materialien habe ich nicht. Es kommt mir auf den Inhalt an, welche Gefühle und Gedanken mit welchem Material den stärksten Ausdruck ergeben.


Deine filigrane Malerei auf den Keramiken hat, so scheint es, oft das Thema Paare bzw. zwischenmenschliche Interaktion zum Thema. Kannst Du darüber etwas berichten?


W.M.:

Das stimmt: das bevorzugte Motiv auf meinen Gefäßunikaten ist der Mensch. Das hat sicher viele Gründe. Man könnte psychologisieren und sagen, dass mir manchmal der Gesichtsausdruck mehr Wahrheit erzählt als das Wort.

Auf alle Fälle finde ich das Gesicht des Menschen darzustellen, als die aufregendste Sache der Welt.


"Den Hocker verlassen, um Licht und Farbe zu werden"      (Selbstportrait)